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Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst startet am 25. Februar 2022

Foto: Linda Röck

Kurz vor Weihnachten gab der dbb beamtenbund und tarifunion, Spitzengewerkschaft des Sächsischen Erzieherverbandes, bekannt, dass die anstehenden Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst am 25. Februar 2022 starten werden. Da die Tarifrunde ursprünglich im Frühjahr 2020 stattgefunden hätte, war es notwendig geworden, den Forderungskatalog noch einmal zu überarbeiten und anzupassen. Der SEV hatte seine Mitglieder im November 2021 mittels einer digitalen Mitgliederumfrage in diesen Prozess eingebunden.

Mit folgenden Forderungen geht der dbb ab Februar 2022 in die Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern:

  1. Verbesserung der Eingruppierungsmerkmale, insbesondere durch
  • Anhebung der Grundeingruppierung der Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, Erzieherinnen und Erzieher
  • Darstellung der pädagogischen Tätigkeiten im offenen Ganztag
  • Honorierung von Qualifizierungen bzw. Fort- und Weiterbildungen, Aufstiegsmöglichkeiten oder ggf. Zulagen für alle Beschäftigten
  1. Überarbeitung der Eingruppierungsmerkmale für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen durch Gleichstellung mit vergleichbaren Studienniveaus sowie Schaffung neuer Merkmale für die Schulsozialarbeit mit dem Ziel einer verbesserten Zuordnung zu den jeweiligen Entgeltgruppen
  2. Anpassung und Öffnung der Stufenlaufzeiten
  3. Anpassung der Eingruppierung der Kita-Leitungen an die gestiegenen Anforderungen, u. a. Faktorisierung von Plätzen z. B. für Kinder unter drei Jahren und für behinderte Kinder im Sinne des § 2 SGB IX
  4. Verbesserung der Qualität der Arbeit sowie Entlastung der Beschäftigten erzielen, u. a. durch
  • Ausdehnung der Vorbereitungszeit, um mehr Zeit für die mittelbare pädagogische Arbeit zu haben
  • Einführung von Entlastungstagen durch ein Konsequenzenmanagement
  1. Rechtsanspruch auf Qualifizierung für alle Beschäftigten z. B. von
  • Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern
  • Sozialassistentinnen und Sozialassistenten zu Erzieherinnen und Erziehern
  1. Verbindliche Einführung der Position der stellvertretenden Leitung, z. B. stellvertretende Kita-Leitung
  2. Erweiterung der S-Tabelle mittels weiterer Entgeltgruppen nach oben
  3. Qualifizierung und angemessene Vergütung für Praxisanleitung sowie die Ausstattung mit Zeitkontingenten
  4. Anerkennung der Berufstätigkeit und der bei anderen Trägern erworbenen Berufserfahrung
  5. Anpassung der Eingruppierung an die gestiegenen Anforderungen im Bereich der Behindertenhilfe aufgrund der gesetzlichen Änderungen durch das Bundesteilhabegesetz

Neben den aufgezählten Forderungen sollen bei den Tarifverhandlungen vor allem auch Fragen zur Entlastung und zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten eine zentrale Rolle spielen.

Hintergrund:
Die in der Tarifeinigung im Sozial- und Erziehungsdienst 2015 zwischen den Gewerkschaften und Arbeitgebenden vereinbarte Evaluierung hatte im Herbst 2019 stattgefunden. Diese Gespräche dienten der Vorbereitung auf die Tarifrunde 2020, die erstmals in der Friedenspflicht stattfinden sollte. Nach der ersten Verhandlungsrunde mussten die Tarifverhandlungen jedoch pandemiebedingt ausgesetzt werden. Im August 2021 wurden die entsprechenden tarifvertraglichen Regelungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zum 31. Dezember 2021 gekündigt.