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Zweite Verhandlungsrunde: Klare Erwartungen der Gewerkschaften

Verteterinnen und Vertreter der Gewerkschaften am Verhandlungsort in Potsdam am 17. Februar 2025; ©Kerstin Seipt

Am 17. Februar 2025 startete die zweite Verhandlungsrunde der Einkommensrunde für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen. Die Gewerkschaften fordern deutliche Verbesserungen für die Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst.

Solidarität mit den Opfern des Anschlags in München

Vor Beginn der Verhandlungen versammelten sich Arbeitgebende und Gewerkschaften in Potsdam, um ihrer Trauer und ihrem Entsetzen über den Anschlag in München Ausdruck zu verleihen. Ein Mann aus Afghanistan war am 13. Februar 2025 mit seinem Auto in eine Demonstration der Gewerkschaft ver.di gerast. Eine Mutter und ihr zweijähriges Kind verloren dabei ihr Leben. Weitere 30 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer.

Deutliche Forderungen der Gewerkschaften

Die Gewerkschaften erwarten nun ein verhandelbares Angebot der Arbeitgeberseite. Ihre Forderung: eine Entgelterhöhung von 8 Prozent, mindestens jedoch 350 Euro pro Monat.

Besonders Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Horten arbeiten derzeit unter enormer Belastung. Ständige Personalausfälle durch Erkältungswellen und Überlastung müssen von den verbleibenden Kolleginnen und Kollegen kompensiert werden, um die Betreuung der Kinder sicherzustellen. Neben der dringend notwendigen Lohnerhöhung sind deshalb bessere Arbeitsbedingungen erforderlich.

Konkret fordern die Gewerkschaften zusätzliche freie Tage und ein „Mehr-Zeit-für-mich-Konto“, das mehr Zeitsouveränität ermöglichen soll. Diese Maßnahmen würden die Beschäftigten entlasten und zur langfristigen Sicherung der Betreuungsqualität beitragen.

Millionen Beschäftigte betroffen

Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) sind über 2,6 Millionen Menschen direkt oder indirekt betroffen. Dazu zählen rund 1,7 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Auszubildende des Bundes und der Kommunen. Zusätzlich würde der Tarifabschluss auf knapp 370.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte sowie fast 600.000 Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger übertragen. Die Bedeutung dieser Verhandlungen kann also nicht überschätzt werden.

Die Arbeitgeber sind nun gefordert, ein faires Angebot vorzulegen. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst leisten tagtäglich unverzichtbare Arbeit – sie verdienen Respekt, bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung!